Kreissportgericht greift nach Tätlichkeiten gegen Schiedsrichter hart durch – Verbandsausschluss soll folgen
Von Thomas Fröhlich
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Hart durchgegriffen hat das Sportgericht des Fußball-Kreises Braunschweig, sperrte einen Spieler des Türkischen SV für 12 Monate. Zudem wird der NFV-Kreis den Ausschluss des Fußballers aus dem Landesverband beantragen.
Was war geschehen? In der Partie der 1. Kreisklasse Staffel 2 hatte der Schiedsrichter nach 70 Minuten dem bereits verwarnten Spieler nach einem weiteren Foul in Höhe der Mittellinie die gelb-rote Karte gezeigt. Fünf Minuten zuvor war bereits ein Mitspieler mit Gelb-rot in die Kabine geschickt worden.
Zu Recht, wie Zeugen aus dem eigenen Verein und vom SV Rühme in der Verhandlung feststellten. Unmittelbar nach dem zweiten Platzverweis sei der betroffene Spieler auf den Unparteiischen zugegangen, habe ihm ins Gesicht gespuckt, ihn unflätigst beschimpft und, so die Aussage des Schiedsrichters, unvermittelt gegen den Kehlkopf geschlagen, so dass er zu Boden ging. Nachdem er sich nach etwa einminütiger Benommenheit wieder aufgerappelt hatte, brach er das Spiel beim Stand von 2:1 ab.
Rühmer Spieler, Ordner, Zuschauer und – das wurde besonders hervorgehoben in der Verhandlung – der Torhüter des Türkischen SV verhinderten weitere Attacken gegen den Spielleiter, der von Gästespielern und Zuschauern bedroht wurde. Die herbeigerufene Polizei verständigte einen Krankenwagen. Im Krankenhaus wurde eine Kehlkopfprellung und ein Halswirbelsäulensyndrom diagnostiziert. Der als Berufskraftfahrer beschäftigte Mann wurde für eine Woche krank geschrieben. Noch immer müsse er Medikamente nehmen, schilderte er in der Sportgerichtsverhandlung.
Die Spieler des Türkischen SV hätten sich schon vor dem Spiel durch das Auftreten des Schiedsrichters provoziert gefühlt, schilderten sie in der Anhörung im Vereinsheim des SV Schwarzer Berg. "Er hat schon in der Kabine zehn Minuten auf uns eingeredet", sagte ein Zeuge. In der Halbzeit habe der Unparteiische die Versuche des Türkischen SV, mit ihm zu reden, rigoros abgeblockt. Die Spieler hätten sich in vielen Situationen auf dem Platz benachteiligt gefühlt. "Er hat nicht richtig mit mir geredet. Er hat mich erniedrigt", rief der Angeklagte aus, der von einem Schlag gegen den Kehlkopf nichts wissen wollte, eher von einem "Schubser mit der flachen Hand" sprach und von einer kurzen Ohnmacht des Schiedsrichters überhaupt nichts bemerkt haben wollte.
Das Sportgericht unter Vorsitz von Wolfgang Müßiger (Schwarzer Berg) verhängte gegen den Beschuldigten die 12-Monats-Sperre. Wird er zudem aus dem Fußball-Verband ausgeschlossen, wird er nie wieder in Niedersachsen in einem Verein spielen dürfen. Ein zweiter Spieler des Türkischen SV wurden zu einer Geldstrafe verurteilt, ein dritter für drei Spiele gesperrt. Der Verein erhielt eine Strafe von 100 Euro und muss die Verfahrenskosten tragen.
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Quelle : www.newsclick.de
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